Neues wasser – neues leben

An Ostern 2022 verbrachten wir drei ruhige, sonnige Tage auf der Alp: Leider gab es keinen Tropfen Wasser, seit 150 Tagen war weder Schnee noch Regen gefallen, stets Sonne und oft Nordföhn kennzeichneten dieses Winterwetter. Deshalb wollten wir eine zweite Wasserquelle mit ständiger Wasserführung nahe der Wyssen Balme erschliessen. Am 25. April planten wir, 800m Schlauchleitung, Werkzeug und etwas Baumaterial sowie die Vorräte für den Sommer auf die Alp zu fliegen. Die Wetterprognose war eher schlecht, und tatsächlich: Zum ersten Mal seit November fielen ca. 40 cm Neuschnee. Es war somit zu gefährlich, die Schlauchrollen zur Wyssen Balme zu fliegen, alles wurde bei der Hütte deponiert.

Ein weiteres Mal war Jürg Schmid bei dieser Arbeitswoche mit von der Partie. Er brachte sein gesamtes Werkzeug (in vier Schatzkisten verpackt) sowie die vorbereiteten Fässer für die Quellfassung und die drei Brunnen zur Druckreduktion mit. Zuerst reparierten wir die bisherige Quellfassung, welche sofort wieder viel Wasser lieferte. Ein herzhaftes Fondue rundete den ersten Tag ab.

Am nächsten Morgen freuten wir uns über einen strahlenden Tag. Der Schnee war zwar bereits geschwunden, doch oberhalb der Alp lag noch zuviel, um mit den Verlegearbeiten für die neue Wasserleitung beginnen zu können. Wir beschlossen deshalb, zunächst mit dem Innenausbau zu beginnen. Die wackeligen alten Treppen sollten ersetzt werden, und im Dachgeschoss wollten wir ein Loch mit einem Spaltenboden zudecken: Die warme Luft vom Stubenofen sollte so nach wie vor nach oben steigen können, mit der neuen Abdeckung gewinnen wir aber einige Quadratmeter im Obergeschoss. 

Endlich geht am Mittwoch der Schnee soweit zurück, dass wir die Quellfassung vorbereiten und die ersten Meter Schlauch verlegen können. Da das Gelände sehr steinig ist, verlegen wir den Schlauch nur an der Oberfläche, so wie bei der bisherigen Leitung, welche dadurch nicht gelitten hat.

Jürg kann mit jedem Material umgehen, so auch mit Holz. In nur zwei Tagen konstruieren wir zwei neue Treppen aus Lärchenholz und realisieren die Bodenabdeckung im Obergeschoss.

Die Zeit verfliegt schnell: Am Freitag Abend haben wir die Leitung fast fertig gestellt, alle Brunnen sind montiert. Allerdings hat uns das Gelände einen Streich gespielt. Statt 800m wie wir von der Karte schätzten benötigen wir 930m Schlauch von der Wissen Balme bis zur Alp. Die fehlenden Meter werden am Wochenende noch verlegt, so dass wir endlich «Wasser marsch» rufen und die neue Leitung in Betrieb nehmen können. Lieber Jürg, herzlichen Dank für eine tolle Woche, in der wir unser Projekt in toller Kameradschaft entscheidend voran gebracht haben! Nun dürfte das Wasserproblem auf der Alpe Vegliana gelöst sein.

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